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BIOVAL - Berechnung der Wiederherstellung von Ökosystemen

2020 - 2021

Laufend

Projektbeschreibung und Ziele

Es gibt immer noch ein mangelndes Bewusstsein für die Auswirkungen von Wildtierverbrechen auf Ökosysteme und geschützte Arten. Die Art und Weise, wie dieser Schaden berechnet werden kann, um ein nützliches und zuverlässiges Instrument bei der Strafverfolgung und bei Gerichtsverfahren zu werden, ist ein Thema, das weiter erforscht werden muss. Es gibt bereits einige gute Beispiele. In Finnland beispielsweise ist der Staatsanwalt verpflichtet, mit einer Preisliste zu arbeiten, in der der Schaden für Ökosysteme und geschützte Arten berechnet wird. Dies reicht von kleineren Verstößen bis hin zu Wildtierverbrechen, bei denen stark gefährdete Arten betroffen sind.

Auf mehreren Konferenzen und Workshops zum Thema Wildtierhandel und Wildtierkriminalität wurde die Notwendigkeit betont, die Schäden an Ökosystemen und geschützten Arten in Gerichtsverfahren sichtbar zu machen. Dies ist wichtig, weil es zur Sensibilisierung von Staatsanwälten und Richtern beiträgt, die oft nicht spezialisiert sind. Ein gutes, objektives und vergleichbares System, um den Schaden sichtbar zu machen, wird die Unterstützung für die Verwendung einer ‘Preisliste’ bei Strafverfolgung und Gerichtsverfahren erhöhen.

Es müssen mehrere Aspekte berücksichtigt werden. Zunächst einmal der ökologische Aspekt des Verstoßes. Ist eine Wiederherstellung möglich oder sind die Auswirkungen der Straftat irreversibel? Wie viel Zeit wird für die Wiederherstellung benötigt? Steht der Zustand der Erhaltung auf dem Spiel? Daher sind biologische Kenntnisse und Wissen über die Funktionsweise von Ökosystemen und geschützten Arten erforderlich. Zweitens muss der ökologische Schaden innerhalb des bestehenden Wirtschaftssystems validiert/berechnet werden. Hier brauchen wir kreative Denker mit Kenntnissen über die Funktionsweise unserer Wirtschaftssysteme. Drittens brauchen wir Kenntnisse über rechtliche Verfahren, Verwaltungsrecht und Strafrecht. Wie ist es möglich, die Schadensberechnung in Ermittlungs-, Strafverfolgungs- und Gerichtsverfahren umzusetzen? Die Frage ist, ob das Wissen über den Schaden als Teil des Urteils (Strafrecht) oder als Kostenbedarf für die Wiederherstellung des Schadens (Verwaltungs- oder Zivilrecht) oder gleichzeitig verwendet werden soll.

In einer späteren Phase dieses Projekts müssen wir auch über Kommunikationsstrategien nachdenken, denn die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den in Euro ausgedrückten Schaden an der Natur trägt auch zur Bewusstseinsbildung und damit zur Prävention von Wildtierkriminalität bei.

Outputs/Ergebnisse:

  • Überblick über verschiedene Ansätze zur Berechnung von Schäden an Ökosystemen und geschützten Arten im Rahmen von Strafverfolgung und Gerichtsverfahren.
  • Empfehlung, einen einheitlichen Ansatz/Prozess zur Berechnung von Schäden an Ökosystemen und geschützten Arten zu finden.
  • Entwicklung eines einheitlichen Ansatzes und Prozesses zur Berechnung von Schäden an Ökosystemen und geschützten Arten und deren Verwendung bei Strafverfolgung und Gerichtsverfahren.
  • Entwicklung der notwendigen Instrumente (z.B. Preisliste, Datenbank, etc.) zur Berechnung des Schadens an Ökosystemen und geschützten Arten.
  • Schulungen/Unterweisungen zum Verfahren und zur Anwendung der Instrumente zur Berechnung des Schadens an Ökosystemen und geschützten Arten.
  • Implementierung der Instrumente zur Berechnung des Schadens an Ökosystemen und geschützten Arten und die Verwendung bei der Strafverfolgung und in Gerichtsverfahren.

Verwandte Dateien/Informationen

  • Vogelschutzrichtlinie, 2009/147/EG.
  • Habitat-Richtlinie, 92/43/EWG.

Number: 2021/12, 2020/21 – Status: Laufend – Period: 2020 - 2021 – Topic: Schutz der Natur - Tags:

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